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Die Haltung von Jemenchamäleons

Chamaeleo calyptratus

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Das Jemenchamäleon zählt mit über 60cm Maximallänge zu den größer werdenden Vertretern der Familie. Die Art bewohnt ein ausgedehntes Verbreitungsgebiet im Süden der arabischen Halbinsel. Je nach lokaler Herkunft werden die Männchen 35-60cm, die Weibchen 20-45cm lang. Die ausgewachsenen Tiere tragen eine seitlich abgeplatteten, spitz nach hinten laufenden, helmartig wirkenden Partialkamm auf dem Kopf. Dieser Helm ist bei den Männchen deutlich größer als bei den weiblichenTieren. Außerdem bildet sich bei den Männchen an den Fersen der Hinterbeine ein charakteristischer Fersensporn. So kann man die Geschlechter gut auseinander halten.

 

Das Jemenchamäleon ist im Vergleich zu seinen Verwandten recht einfach im Terrarium zu halten. Die Temperatur sollte zwischen 25 und 30°C liegen. Eine Nachtabsenkung ist erwünscht.  

 

Erfahrungsbericht: 

Unser erstes Chamäleon war ein Jemenchamäleon. Nicht unser erstes Reptil, aber unser erstes Cham.Er lebt immer noch bei uns und ist der Papa unserer Jemenbabys die Mitte Januar 2010 geschlüpft sind.

Wir haben unseren John Boy im zarten Alter von 8 Wochen bekommen.

Er lebt, wie alle unserer erwachsenen Chams in einem Terra der Größe B100cmm,H100cm,T60cm.

Als Bodengrund haben wir ungedüngte Blumenerde eingefüllt. So ungefähr 20 cm hoch. Und da natürlich auch echte Pflanzen reingesetzt. Unser Reptilien-Tierarzt hat uns zwar von der Bepflanzung mit echten Pflanzen gewarnt...... Die Chamäleons könnten ja auch die Pflanzen anfressen. Manche der Pflanzen die man mit der Haltung von Chamäleons immer in Verbindung bringt sind auch wirklich giftig für die Tiere, wenn diese die Blätter aufessen würden. Vor allem der sehr beliebte Ficus. Wir haben in all unseren Becken Ficusarten stehen und konnten noch nie beobachten, dass eines  der Tiere die Blätter zum fressen gerne hat. Efeututen, Bromelien, Drachenbäume und Anturien machen unsere Terras zu einem echten Blickfang. Natürlich haben wir auch genug Kletteräste in verschiedenen Dicken eingebaut. Diese sind nicht aus dem Zoohandel sondern aus unseren Wald. Einfach Äste suchen, ordentlich abschrubben und schon steht dem sehr natürlich aussehendem Terra nichts mehr im Wege.

Die Wasserzufuhr bei den Jemenchamäleons haben wir auch ganz geschickt gelöst.

Unser Bock hat einen eigenen Brunnen, der ihn mit genügend Wasser versorgt, aber auch pflegeintensiver ist. Der Brunnen muss täglich gereinigt werden und natürlich noch sprühen damit die Luftfeuchtigkeit ins Becken kommt.  Und unser Jemenmädchen hat eine mit einer Zeitschaltuhr versehene Beregnungsanlage, die nicht nur für genügend Trinkwasser sorgt, sondern auch die Luftfeuchtigkeit im Terra immer optimal hält.

Die Beleuchtung bei der Chamäleonhaltung ist ein besonderes Kapitel. Da streiten sich die Gemüter. Und jeder Halter hat so seine eigene Meinung darüber.

Wichtig ist nur das die Wärmezufuhr über die Beleuchtung gewährleistet ist und natürlich der UVB Anteil, die die Tiere zum überleben brauchen.

Wir bestrahlen alle unserer Chamäleons alle 2 - 3 Tage mit einer Osram Ultra Vitalux 300 W Lampe.

 Osram Ultra Vitalux 300 Watt

Futter: Der Speiseplan unserer Jemenchamäleons beinhaltet Heimchen, Grillen, Heuschrecken und ab und zu auch mal einen Mehlwurm. Natürlich werden die Futtertiere mit Korvimin bestäubt.(Für mich das Beste!!!)

 Schutzstatus: Das Jemenchamäleon besitzt den Schutzstatus des Washingtoner Artenschutz Abkommens ll, Anhang B und ist daher meldepflichtig. Die zuständige Behörde bei uns ist die Städteregion Aachen.

Hier findet ihr den Vordruck der Städteregion Aachen.     ( Vordruck Bestandsanzeige )

 

Aufzucht der Baby-Jemenchamäleons!!!

 

 

Anfang Januar war es dann endlich so weit. Unser erstes Jemenchamäleonjungtier schlüpfte nach genau 154 Tagen.

Hurra, es ist ein Junge!

Nach der anfänglichen Panik unsererseits. Also kommt es auch richtig aus dem Ei, überlebt es, frisst es und trinkt es und haben wir auch alles richtig durchdacht,ist unser Aufzucht-Terra das richtige usw., lief eigentlich alles rund. Das Kleine Chamäleon erkundete direkt nach dem Schlupf sein neues zu Hause. Es kletterte nach 5 Minuten schon auf Äste und sah uns neugierig an. Ein schönes Gefühl. Nach und nach schlüpften auch die anderen Jungtiere und es lief alles ohne Probleme ab. Bis heute haben wir auch noch keines der kleinen Chams verloren. Alle sind gesund und mobil.

Als Aufzuchtterrarium für unsere Jungtiere haben wir ein Exo-Terra Terrarium mit den Maßen 40x40x60 cm besorgt. Ausgestattet mit dem üblichen Aufsatz mit einer UVA und UVB Lampe, 10,0 und 2,0. Zusätzlich haben wir, weil man die erforderliche Temperatur so nicht halten kann noch eine 60 Watt Wärmelampe auf die vordere Gaze gestellt. ( Mit der Zeit mussten wir aber 3 dieser Terras einrichten um alle Babys unterzubringen)

Die Inneneinrichtung besteht aus einem kleineren Ficus Benjamini, damit die kleinen von den Blättern ihren Wasserbedarf stillen können. Damit genug zum trinken da ist sprühen wir mehrmal am Tag die  Bäumchen an. Das klappt prima und die kleinen Chamäleons wussten schnell wo es das kühle Nass gibt.  Verschieden Äste in den unterschiedlichsten Dicken und mit Kabelbinder zu einem schönen Geäst geflochten dürfen natürlich auch nicht fehlen. Als Bodengrund hat sich bei uns einfacher Vogelsand für die Aufzucht der Kleinen durchgesetzt. Ich weiß, andere Chamäleon Halter werden mich jetzt lynchen. Aber bei uns hat das super funktioniert. Keines der Jungtiere hat Sand durch Fehlschießen auf Beute aufgenommen. Dafür sind die Kleinen auch viel zu zielgenau bei der Futteraufnahme. Der Sand eignet sich besser als jeder andere Untergrund, weil er zu schwer ist und keines der Heimchen sich darunter verstecken kann. Bei normaler Blumenerde, die sehr locker ist, krabbeln die Futtertiere unter die Erde und die Chamäleons gehen leer aus. Sicher hätte man auch nur Zewa oder Zeitungspapier nehmen können, aber das weicht nach mehrmals sprühen auf und fängt an zu stinken. Der Vogelsand hält auch die Luftfeuchtigkeit im Terra. Später wenn die Tiere größere Futtertiere fressen werden wir natürlich, genau wie bei unseren großen Chams, Blumenerde einfüllen.

Alles in allem ist die Aufzucht der Kleinen Jemenchamäleons keine große Kunst, aber bitte mit Sachverstand an die Sache rangehen. Und vor allem bedenken. Es macht viel Arbeit und die Jungtiere essen ordentlich was an Futtertieren weg.